Namibia – Caprivi, Botswana – Chobe
Das beschauliche Städtchen Rundu liegt ganz im Norden Namibias, direkt an der Grenze zu Angola. Der Okavango schlängelt sich hier als Grenzfluss durch eine wunderschöne Landschaft. Unser Weg führt uns teils über Pisten, teils über Asphalt immer am Fluss entlang. Endlich haben wir auch wieder mehr Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Die Siedlungen und Häuser sind hier zum Schutz vor Wildtieren meist von stabilen „Zäunen“ eingefasst.

Unsere erste Unterkunft ist einfach, liegt dafür aber direkt oberhalb des Flusses. Ein paar Schritte sind es nur bis zum Steg, einem mit Brettern eingefassten Stahlkäfig, der im Wasser liegt. Die einzige Möglichkeit zur Abkühlung lassen wir dann aber doch lieber aus. In nicht allzu weiter Entfernung treiben schließlich die Hippos im Wasser. Die sympathischen Krokodile werden wir zwei Tage später ebenfalls noch entdecken.

Bei Nudeln mit Soße und einem Bier, das irgendwie doch noch aufzutreiben war, genießen wir einen sagenhaften Sonnenuntergang.

Weiter geht es am Fluss entlang. Nach zwei weiteren Übernachtungen, herzlichen Begegnungen und viel Gegenwind erreichen wir Divundu. In der Lodge wird kurzerhand im Hof, direkt neben der offenen Küche, ein Tisch für uns aufgestellt. Wir bekommen ein leckeres Abendessen mit gegrilltem Fisch, Pap, einer Art Maisbrei, Tomatensoße und einem spinatähnlichen Gemüse. Einzig das Esswerkzeug, bestehend aus einem einzigen Löffel, ist etwas gewöhnungsbedürftig. Nun denn, man hat ja schließlich auch noch seine Finger.
Geografisch gesehen kommen wir jetzt in den sogenannten Caprivistreifen, eine zipfelförmige Ausbuchtung Namibias, die im Osten an Angola und Sambia und im Süden an Botswana grenzt. Seine Entstehung geht auf die Kolonialzeit zurück. Deutschland wollte damit eine Verbindung zwischen Deutsch-Südwestafrika und Deutsch-Ostafrika schaffen. Heute ist der Streifen unter anderem Heimat mehrerer Nationalparks und Schutzgebiete.
Am Eingang zum Nationalpark werden wir darauf hingewiesen, dass die Anwesenheit von Wildtieren die Durchfahrt gefährlich machen kann. Aufgrund anderer positiver Berichte nehmen wir den Hinweis zur Kenntnis und fahren weiter.

Die Straße führt schnurgeradeaus. Erhebungen gibt es keine, dafür weiterhin reichlich Gegenwind. Die Landschaft ist weitläufig und die Fahrt dadurch doch ziemlich öde und eintönig. Die Strecke führt durch sogenannte Core-Gebiete, also Bereiche ohne Ansiedlungen, und durch nur sehr dünn besiedelte Gebiete. Die wenigen Besiedlungen tragen die Namen Omega I, Omega II und Omega III.

Bei Omega I dürfen wir vor einer Polizeistation unser Zelt aufstellen, bei Omega III im Hof eines Schulinternats. Alles natürlich gut und stabil eingezäunt. Mit unserer Ankunft in Kongola lassen wir den Nationalpark schließlich hinter uns, ohne besondere tierische Begegnungen gehabt zu haben.

Die Grenze zu Botswana ist nun nicht mehr weit. Wir passieren Katima und übernachten dort, bevor wir uns auf die rund 60 Kilometer bis zur Grenze machen. Seit Tagen sind wir erstmals wieder ohne Gegenwind unterwegs. Kurz vor der Grenze lesen wir am Straßenrand unseren Gefährten Onofre auf, der gerade mit einem Platten kämpft.
Mit dem Überschreiten der Grenze nach Botswana beginnt gleichzeitig der Chobe Nationalpark. Eine Durchfahrt mit Fahrrädern ist hier allerdings verboten. Aber genau das ist eines der schönen Dinge an diesem Kontinent: Es findet sich fast immer eine unkomplizierte Lösung.
Ein Lastwagenfahrer nimmt Onofre und alle drei Fahrräder mit. Zusätzlich organisiert er für uns noch eine Mitfahrgelegenheit in einem Privatauto. Nach der Durchquerung des Parks erreichen wir Kasane, laden unsere Räder wieder aus und mieten uns für die nächsten drei Nächte in einer schönen und angenehmen Lodge ein.

Von wegen Ausschlafen! Bereits um 05:45 Uhr ist Treffpunkt für unsere Fahrt in den Chobe Nationalpark. Die dafür eingesetzten Fahrzeuge sind speziell für Safaris konzipiert. Hintereinander angeordnete Sitzbänke bieten freie Sicht nach allen Seiten, ein Dach schützt vor der Sonne.
Den Besuch des Nationalpark wollten wir nicht missen. Es hat uns super gut gefallen. Abgesehen von der abwechslungsreichen Fauna durften wir viele Tiere aus nächster Nähe bewundern: Löwen, Elefanten, verschiedenen Arten von Antilopen, Paviane, Zebramungos und in der Ferne zwei Hippos.

Nach einer kurzen Mittagspause steht schon der nächste Programmpunkt an: eine Fahrt mit dem Riverboat auf dem Chobe.
Der Chobe mündet in den Sambesi, der mit mehr als 2.500 Kilometern der viertlängsten Fluss Afrikas ist und uns bis zu den Viktoriafällen begleiten wird. In der Region, in der wir uns gerade befinden, ist der Chobe ziemlich breit und mit zahlreichen kleinen Inseln gespickt.
Gemächlich fahren wir den Fluss entlang. Dabei beobachten wir Elefanten, die zu den Inseln schwimmen, um dort in Ruhe Nahrung zu suchen. Einem wirklich hässlichen Krokodil kommen wir bis auf etwa drei Meter nahe. In der Ferne entdecken wir Giraffen und Büffel, während unzählige Hippos gemütlich im Wasser liegen.

Und dann kommt noch der Sonnenuntergang dazu. Das i-Tüpfelchen eines ohnehin schon großartigen Tages.
Einfach nur schön.
Vollkommen glücklich und beseelt verlassen wir nach drei Stunden das Boot.
Der nächste Tag steht zur freien Verfügung. Wir ruhen uns einfach mal aus und lassen die letzten Tage ein wenig sacken.
Denn schon wartet das nächste Abenteuer auf uns: die Viktoriafälle, Sambia und der Sambesi.
Viel Spaß beim Anschauen der Fotogalerie. Wenn du ein Bild anklickst, werden die einzelnen Aufnahmen größer dargestellt.




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