Benin – Voodoo, traditionelle afrikanische Kleidung
In Benin ist die Voodoo-Religion stark ausgeprägt. Das durften wir bereits kurz nach unserer Einreise miterleben: Während wir am Wegesrand pausieren, fährt ein Motofahrer mit einer lebenden Gans in der Hand an uns vorbei, bleibt stehen und lädt uns nach einem kurzen Gespräch zu sich ein. Dieses Mal lehnen wir nicht ab und folgen ihm in die Pampa. Immer wieder hält er an verschiedenen Stellen an und erklärt uns etwas von heiligen Orten und Heilung. Wegen seines schwer verständlichen Englischs und unserer Ahnungslosigkeit verstehen wir allerdings erst mal gar nichts.

Als wir bei seinem Haus ankommen, wird uns jedoch schnell klar, dass wir uns im Haus eines Voodoo-Priesters befinden. Er erklärt uns alles sehr höflich. Umso ärgerlicher, dass wir tatsächlich nur wenig begreifen. Das Benin-Englisch unterscheidet sich doch deutlich von unserem Deutsch-Englisch. Nichtsdestotrotz war es super interessant und auf dem Rückweg zur Straße wird uns die Bedeutung der zuvor gezeigten Orte langsam etwas klarer.

Wir fahren weiter bis Ouidah. Dort treffen wir wieder auf Markus und Vroni, kochen zusammen und verbringen den Abend miteinander. Ouidah ist ein angenehmes Pflaster. Wobei… Pflaster. Wir werden noch feststellen, dass in Benin jede Stadt im Innenstadtbereich gepflastert ist, für unsere Hinterteile äußerst unangenehm. Uns fällt auf, dass fast alle Menschen – vom Kleinkind bis zur Greisin, Verkäuferin, Motofahrer oder Passant – einfach wunderschöne Kleidung tragen. In allen erdenklichen Farbkombinationen und Mustern. Matthias übrigens jetzt auch.

Von Ouidah aus biegen wir von der Küstenstraße ins Landesinnere ab. Ein Traveller hat uns einen Tipp gegeben, wo man Voodoo-Praktiken hautnah erleben kann. Und weil wir von den Hauptstraßen langsam genug haben, entscheiden wir uns, diese zu verlassen und über Piste zu fahren. Keine Minute bereuen wir diese Entscheidung. Der Weg führt durch ursprüngliche Dörfer, über kleine Trails, bei denen wir nicht immer sicher sind, ob wir richtig sind, an einer alten Bahnstrecke entlang und vorbei an vielen freundlichen und lachenden Gesichtern, einfach schön.

Mit einer Zwischenübernachtung in Allada kommen wir schließlich in Abomey an, die frühere Hauptstadt des Königreichs Dahomey. Die Suche nach einer Unterkunft beschert uns einige Extra-Kilometer auf Pflasterbelag, autsch. Am nächsten Abend werden wir von einem Guide abgeholt. Er begleitet uns zu einer Voodoo-Zeremonie. Mit dem Moto fahren wir eine halbe Stunde durch die Nacht, bis wir schließlich irgendwo gebeten werden, unsere Schuhe auszuziehen und durch einen kleinen Durchgang in einen Hof zu gehen. Die Trommler finden schnell ihren Rhythmus und immer mehr Menschen strömen auf das Gelände. Der Guide erklärt uns, dass jede Familie – etwa 600 in dieser Stadt – einmal pro Jahr eine solche Feier veranstaltet. Den eigentlichen Sinn verstehen wir allerdings nicht. Tote Ziegen, Männer, die sich in Trance tanzen, viele Geldscheine und lautes Getrommel lassen unser Unverständnis in den nächsten zwei Stunden eher wachsen als schrumpfen. Und plötzlich ist alles vorbei.

Am nächsten Tag besuchen wir einen der königlichen Paläste, eine Kirche in Form eines Chamäleons und fahren in ein Dorf zu einem Voodoo-Priester. Hier werden uns die verschiedenen Fetische und ihre Bedeutung erklärt. Übrigens: Voodoo ist eine offiziell anerkannte Religion in Benin. Laut unserem Guide sind viele Einwohner Benins sowohl Anhänger des Voodoo als auch des Christentums.

Wir nehmen uns wieder zwei Tage Zeit, um zurück an die Küste nach Cotonou zu fahren. Trotz unzähliger Mails und WhatsApp-Nachrichten haben wir unsere Visa für Nigeria immer noch nicht erhalten. Wir warten bereits seit zwei Wochen und wollen eigentlich längst weiter Richtung Nigeria. Was tun? Der Antrag scheint irgendwo im System festzustecken. Wir versuchen unser Glück bei der nigerianischen Botschaft – ohne Erfolg. Schweren Herzens entscheiden wir uns deshalb, Nigeria zu überfliegen, buchen einen Flug nach Libreville und beantragen ein Visum für Gabun. Abends bekommen wir dann die Nachricht, dass der Flug storniert wurde. Eine weitere Buchung können wir wegen Zahlungsproblemen nicht vornehmen. Was nun? Voller Frust gehen wir ins Bett. Am nächsten Morgen wartet im Postfach die Nachricht: Das Visum für Nigeria ist da!! Wir genießen noch einen Tag die Annehmlichkeiten der Stadt, essen Eis und Pizza und machen uns am nächsten Tag auf den Weg nach Nigeria.
In Cotonou kommen wir noch an der Esplanade de l’Amazone vorbei, auf der mit einem monumentalen Denkmal an die berühmten Kriegerinnen des Königreichs Dahomey erinnert wird. Im weiteren Verlauf passieren wir die längste Graffitiwand Westafrikas. Unsere Route führt uns wieder etwas ins Landesinnere zur Grenzstadt Idiroko. Kurz vor dem Grenzübergang tauschen wir unser Geld und erhalten mehr als eine Million Naira. Anzumerken sei: Der größte Schein beträgt 1000 Naira. Bedeutet… schon wieder Extra-Gepäck!

Viel Spaß beim Anschauen der Fotogalerie. Wenn du ein Bild anklickst, werden die einzelnen Aufnahmen größer dargestellt.




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