Angola – Exklave Cabinda

Sobald sich der Schlagbaum nach Angola gesenkt hat, treffen wir auf portugiesisch sprechende Zollbeamte. Eine völlig neue Situation für uns, denn dieser Sprache sind wir nicht mächtig. Zum Glück haben wir Onofre dabei, der sich mit seiner Muttersprache einigermaßen gut verständigen kann.

Wir sind in Angola angekommen, genauer gesagt in der Exklave Cabinda. Dieser Landstrich gehört zwar zu Angola, ist jedoch nur über fremdes Staatsgebiet erreichbar.

Schon seit kurz vor der Grenze befinden wir uns wieder in einer fast dschungelartigen Landschaft. Dichter, undurchdringlicher Wald säumt die schmale Straße. Trotz der kühlen Temperaturen kommen wir kaum dazu zu frieren. Die Strecke ist extrem bergig und die Anstiege haben es ordentlich in sich. Die Gegend ist nur dünn besiedelt, deshalb richten wir unsere Etappenziele nach den wenigen vorhandenen Dörfern aus.

   

Obwohl Cabinda laut unseren Recherchen die reichste Provinz Angolas sein soll, wirken die Häuser der Einheimischen überwiegend sehr ärmlich. Kulinarisch ist ebenfalls nicht viel Abwechslung geboten. Meist gibt es Reis mit Bohnen oder Bohnen mit Reis und tagsüber Bananen sowie unsere gebunkerten Kekse.

   

So genießen wir die Fahrt durch den Wald. Vogelstimmen, Affenrufe und nur hin und wieder das Knattern eines Mopeds begleiten uns auf dem ständigen Auf und Ab über Belize, Buco Zau und Cacongo. Dort erblicken wir endlich wieder den Atlantik und freuen uns auf eine nette Kleinstadt. Doch weit gefehlt. Cacongo scheint fast nur aus verfallenen Häusern zu bestehen.

   

 

Die letzte Etappe nach Cabinda führt direkt an der Küste entlang. Vom Meer bekommen wir allerdings kaum etwas zu sehen. Kilometerlange, zugewachsene Zäune versperren die Sicht und etwa alle 100 Meter warnt ein Schild vor möglichen Landminen. Während des 27 Jahre dauernden Bürgerkriegs wurden mindestens eine Million Minen verlegt. Bis heute zählt Angola zu den Ländern, die am stärksten von Landminen betroffen sind.

Auf dem Weg in die Innenstadt von Cabinda überholen uns drei Rennradfahrer. Als sie erfahren, dass Onofres Gangschaltung Probleme macht, begleiten sie uns kurzerhand zu einer Fahrradwerkstatt. Damit nicht genug, anschließend bringen sie uns sogar noch zu einem sehr angenehmen Guesthouse. So viel Hilfsbereitschaft freut uns immer wieder.

Am nächsten Morgen stehen wir bereits um 6 Uhr am Fährterminal für die Fahrt nach Soyo. Die Überfahrt ist notwendig, denn andernfalls müssten wir die Exklave über die Demokratische Republik Kongo verlassen, um anschließend wieder nach Angola einzureisen. Wir hatten uns u.a. wegen des aktuellen Ebola-Ausbruchs im Norden Demokratischen Republik Kongo dagegen entschieden. Wir wollten mögliche Reisebeschränkungen oder Komplikationen vermeiden, die ein Besuch des Landes nach sich ziehen könnte. Nach zwei Stunden Warten öffnet endlich der Schalter. Die Antwort ist allerdings ernüchternd. Heute fährt keine Fähre mehr. Die nächste legt erst in drei Tagen ab.

Also machen wir erstmal das Beste daraus und gehen ausgiebig frühstücken. Irgendjemand hatte behauptet, hier gäbe es die köstlichen Pastéis de Nata, die wir in Portugal fast täglich verdrückt haben. Fehlanzeige! Also beziehen wir erneut unser Zimmer im Guesthouse und verbringen die nächsten drei Tage mit Warten und Nichtstun.


Viel Spaß beim Anschauen der Fotogalerie. Wenn du ein Bild anklickst, werden die einzelnen Aufnahmen größer dargestellt.

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