Elfenbeinküste – Land der Lagunen
Unser nächstes Ziel heißt Abidjan. Wir fahren jedoch nicht auf direktem Weg dorthin, sondern schlagen zunächst den Weg nach Süden ein, geradewegs zur Küste. Ein großer Teil der Küstenlinie ist geprägt von vorgelagerten Lagunen und schmalen Landstreifen zwischen Lagune und Meer. Genau diese Landschaft wollen wir erleben.

An der Küste angekommen, unternehmen wir zunächst eine Fahrt mit einer Pirogge über eine fantastische, unberührte Lagune. Schließlich werden wir auf dem schmalen Landstreifen abgesetzt. Allein im Wald. Ein schmaler Trampelpfad weist uns die Richtung und nach einigem Schieben unserer Räder erreichen wir schließlich die Straße, besser gesagt eine Sandpiste. Rund 50 Kilometer folgen wir dieser Route und genießen die Aussicht: rechts Kokospalmen und dahinter das Meer, links die ruhige Lagune.

In Jacqueville liegt unsere Unterkunft direkt am Meer. Die Wellen sind hoch und kraftvoll, die Unterströmung zieht uns fast die Füße weg. Baden fällt also aus. Stattdessen gönnen wir uns spontan eine Massage. Wir entdecken das Angebot zufällig und zögern keine Sekunde. Es tut unglaublich gut.
Abidjan erreichen wir schließlich mit einem Bootstaxi. Vom schmalen Landstreifen geht es wieder übers Wasser, direkt auf die Großstadt zu. Noch bevor wir ankommen, erleben wir eine besondere Einlage: einen Prediger an Bord. Das Boot ist aufgebaut wie ein Bus, alle schauen nach vorne und dort steht er. Ruhig beginnend steigert er sich immer weiter, bis seine Predigt in ein lautes, eindringliches Anklagen unserer Sünden übergeht. Puh.

Abidjan fühlt sich für uns an wie eine andere Welt. Hier gibt es plötzlich alles. Wir kaufen neue Sonnenbrillen, Matthias tauscht sein geliebtes, inzwischen völlig zerfleddertes T-Shirt gegen ein neues ein. Und wir kaufen Käse. Ja, französischen Käse wie auf dem heimischen Markt. Außerdem entdecken wir einen Saftladen mit frisch gepressten Säften aus Ananas, Orange, Mango und vielem mehr. Endlich mal wieder ein Abendessen, das nicht aus Reis mit irgendeiner Soße besteht. Gleichzeitig sind wir von den vielen Möglichkeiten und Einkaufszentren fast überfordert. Im Nachhinein wird einem bewusst, dass genau das in Europa Alltag ist. Ein ziemlicher Luxus, in dem wir dort leben.
Die Stadt hat einen Ausländeranteil von rund 25 Prozent. Zeitweise sind wir von so vielen nicht schwarzen Menschen umgeben, dass es sich völlig ungewohnt anfühlt.
Wir setzen unsere Reise in Richtung Assouindé fort, einem eher kleinen Strandort und beliebten Wochenendziel wohlhabender Menschen aus Abidjan. Der Weg dorthin führt über eine lange, gut ausgebaute Strandpromenade, die allerdings sichtbar dem Verfall preisgegeben ist. Da fragt man sich unweigerlich, warum hier einst so viel investiert wurde, um es später einfach verkommen zu lassen.

In Assouindé finden wir eine traumhafte, fast schon paradiesische Unterkunft. Wir lassen die Seele baumeln und üben nach langer Zeit wieder Acroyoga. Schon nach kurzer Zeit zieht das die Aufmerksamkeit auf sich und wir haben plötzlich ein kleines Publikum. Einige Jungs schließen sich uns sogar an und machen begeistert mit.

Unser letzter Tag in der Elfenbeinküste bringt noch einmal ein echtes Highlight. Eine unbeschreiblich beeindruckende Tour direkt am Strand entlang. Von Assouindé fahren wir etwa 20 Kilometer, bevor wir erneut mit einer Pirogge übersetzen, diesmal direkt an den gegenüberliegenden Strand. Der Sand ist erstaunlich fest, sodass wir mit leichtem Rückenwind am Meer entlang rollen. Das Rauschen der Wellen, der weite Blick, einfach großartig. Immer wieder begegnen wir Fischern, die ihre Netze einholen oder ihre Boote an Land ziehen. Es wird gewunken, gelacht und gegrüßt.

Den Ausreisestempel bekommen wir schließlich in einer kleinen Bambushütte, die man leicht übersehen könnte. Kurz darauf, diesmal gut sichtbar, steht er vor uns: der Grenzstein zu Ghana.
Viel Spaß beim Anschauen der Fotogalerie. Wenn du ein Bild anklickst, werden die einzelnen Aufnahmen größer dargestellt.




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