Guinea-Bissau – der Osten
Von Bissau aus nahmen wir die Fähre auf die andere Seite der Bucht nach Enxude. Wer bei Enxude an einen Ort denkt, liegt allerdings falsch, dort gibt es außer wartenden Taxifahrern schlicht nichts. Eine einfache Betonrampe, die Klappe geht auf, und alle Fahrzeuge und Menschen strömen aus der Fähre direkt in die wartenden Taxis, Motorräder und Kleinbusse oder gleich hinaus auf die Piste.

Wir waren zwar vorgewarnt, was uns erwartet, aber es dann selbst zu erleben, war noch einmal etwas anderes – besonders nachdem wir zwei Tage zuvor noch im kalten Deutschland gewesen waren. Trotzdem war es wunderschön. Die überschaubare Anzahl an Fahrzeugen war schnell an uns vorbeigezogen, und wir genossen die Einsamkeit.
Nach rund 50 Kilometern hieß es einen geeigneten Platz für die Nacht zu suchen. Zuvor bunkerten wir noch etwas Wasser in unserem Wassersack, um uns wenigstens eine Katzendusche gönnen zu können. Am Ortseingang von Fulacunda entdeckten wir schließlich einen schönen Platz direkt neben einem Brunnen. Damit war sogar eine fast richtige Dusche drin.

Mit Essen versorgten wir uns oft an Street-Food-Ständen, immer wieder ein Erlebnis und eine Gelegenheit, mit den Menschen ein paar Worte zu wechseln.
Die nächsten zwei Tage führten uns über Buba weiter nach Jemberem. Dazwischen lagen tatsächlich 45 Kilometer frisch asphaltierte Straße, nach den endlosen roten Pisten ein echter Genuss. Doch ganz ohne Abenteuer geht es hier nicht: Um nach Jemberem zu gelangen, mussten wir erneut übersetzen, diesmal in einem schmalen Einbaum, der uns samt Gepäck über einen Fluss brachte.

Jemberem ist das Tor zu einem Nationalpark, in dem unter anderem wild lebende Schimpansen beobachtet werden können. Dafür starteten wir um 5 Uhr morgens mit zwei Guides und einer Gruppe Tschechen Richtung Urwald, in der Hoffnung, die Tiere beim Frühstück zu erwischen. Leider bekamen wir nur ein einziges, beeindruckend großes Exemplar zu Gesicht und das machte sich dann auch noch mit erstaunlicher Leichtigkeit über die Baumwipfel aus dem Staub.

Nebenbei lernten wir, wie man sich im Urwald mit Wasser versorgen kann. Ein Stück einer abgeschlagenen Liane liefert genügend Flüssigkeit. Einer der Guides hatte extra eine Flasche mitgebracht, um etwas von dem Saft mit nach Hause zu nehmen.

Am nächsten Tag nahmen wir Kurs auf die Grenze zu Guinea. Den Ausreisestempel holt man sich einige Kilometer vor der eigentlichen Grenze in Candembel. Am Abend erledigten wir die Formalitäten und fuhren noch ein Stück weiter. Kurz vor der Grenze fanden wir bei Mané, einem Bauern, einen wunderbaren Platz für die Nacht. Er begrüßte uns mit einer Herzlichkeit, die man nicht planen kann. Wieder einmal zeigte sich: Die schönsten Begegnungen liegen oft abseits der frequentierten Routen.
Am nächsten Morgen ging es weiter zur Grenzstation von Guinea bereit für das sechste Land in Afrika.
Hier noch ein Video von einem kleinen Artisten:
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