Nach zwei Tagen in Bordeaux zog es uns weiter – wir wollten endlich ans Meer.

Unsere erste Station lag allerdings noch in der Bucht von Arcachon. Schön, aber das richtige Atlantik-Feeling wollte dort noch nicht aufkommen.

Am nächsten Tag stand dann zunächst die Düne von Pilat im Weg – ein wirklich beeindruckendes Naturwunder: über 100 Meter hoch und fast 3 Kilometer lang, direkt an der Küste gelegen.

Aber dann endlich der erst Blick auf den Atlantik – weit, mächtig, glitzernd in der Sonne.

Kurz darauf das erste Bad im Meer – erfrischend, salzig, einfach herrlich.

Endlose Strände, rauschende Wellen – was will man mehr. So fühlt sich der Atlantik an, wild und endlos und dieses Gefühl werden jetzt noch sehr lange genießen dürfen.

Mittlerweile sind wir in Ondres angekommen – ein kleiner, entspannter Ort direkt an der Küste, nur noch wenige Kilometer von der spanischen Grenze entfernt. Mathilda und Jean haben uns dort so herzlich aufgenommen, da fiel es uns schwer uns zu verabschieden und weiterzufahren.

Bald wird das Meer von den ersten Ausläufern der baskischen Berge abgelöst – eine ganz neue Landschaft, die uns auf den nächsten Etappen erwartet.

Nach rund 700 Kilometern entlang idyllischer Kanäle mit kaum nennenswerten Höhenmetern änderte sich unser Tourenprofil grundlegend. Wir verließen die Kanäle und mit dem Abschied kamen auch die Hügel, viele Hügel. Mit den gut beladenen Rädern können auch kleinere Steigungen zu einer Herausforderung werden. Was auf dem Höhenprofil vielleicht harmlos aussieht, entpuppt sich mitunter als schweißtreibender Anstieg – besonders bei sommerlichen Temperaturen.

Dünn besiedelt – und noch dünner versorgt

Hinzu kam die eher spärliche Infrastruktur. Zentralfrankreich, so schön es landschaftlich auch ist, zeigte sich in Sachen Versorgung oft sehr zurückhaltend. Cafés, Bäckereien, Supermärkte, Restaurants – selbst Campingplätze, Chambres d’hôtes oder Hotels – sind teilweise rar gesät. Mehr als einmal standen wir vor der Wahl: weiterfahren oder improvisieren. So kam es mehrfach vor, dass wir den ersten Kaffee des Tages und die Croissants erst nach einer Stunde im Sattel erhielten.

Trotz dieser Herausforderungen war die Strecke durch Zentralfrankreich landschaftlich eindrucksvoll: goldene Felder, kleine Dörfer wie aus der Zeit gefallen – alles weitab von jeglichem Trubel.

Nach vierzehn aufeinanderfolgenden Tagen im Sattel entschieden wir uns für einen Ruhetag um dann nach fast drei Wochen Natur, Abgeschiedenheit und körperlicher Anstrengung schließlich Bordeaux zu erreichen. Was für eine tolle Stadt – und welch ein Kontrast zum ruhigen, ländlichen Frankreich!

… sind geschafft.
Noch drei Tage bis Bordeaux, dann berichten wir ausführlicher.

 

Wir erreichen den Canal du Rhône au Rhin und sind mittlerweile schon den sechsten Tag entlang unterschiedlich benannter Kanäle unterwegs, deren Namen sich unbemerkt immer mal wieder ändern. Das Radeln durch die flache Landschaft ist angenehm, die Wege durch die Natur wunderschön. Wir passieren unzählige Schleusen (des écluses), die mit ihrer Technik und Geschichte eine besondere Faszination ausstrahlen.

Unsere Route führt an der schönen Stadt Besacon vorbei. Hier begann vor fast einem Jahr die Wanderruderfahrt des KRA. Katrin schwelgt dabei in Erinnerungen und Anekdoten und stellt fest, dass man vom Rad aus doch viel mehr von der Landschaft mitbekommt als aus dem Ruderboot.

Je nach Gelegenheit übernachten wir auf städtischen Campingplätzen, im Hotel, auf dem Naturisten-Campingplatz (mit Pool und Boule), wo wir sehr herzlich aufgenommen wurden, in einem charmanten B&B (chambres d’hôtes) aus dem Jahr 1764 oder in einem riesigen Apartment, in dem wir zum ersten Mal auf dieser Reise selbst gekocht haben. Was wohl?

Nicht zu vergessen und unbedingt erwähnenswert sind die leckeren französischen Croissants: fluffig, knusprig, buttrig – für Matthias ein Hochgenuss, sie in seinen café crème zu tunken.

Hier ein kleiner Überblick über unsere Strecke durch Frankreich – damit ihr euch besser vorstellen könnt, wo wir unterwegs waren.

Einreise: 02.07.2025
Ausreise: 29.07.2025
Kilometer: 1.477 km

 

 

 

Hier ein kleiner Überblick über unsere Strecke durch Deutschland – damit ihr euch besser vorstellen könnt, wo wir unterwegs waren.

Ausreise: 02.07.2025
Kilometer: 195 km

 

Der Sommer ist da – und wie! Seit Tagen brennt die Sonne ohne Gnade vom Himmel, die Luft steht still, und das Thermometer am Tacho zeigt unglaubliche 43 Grad. Viel Zeit zum Eingewöhnen hat uns diese Hitzewelle wirklich nicht gelassen.

Schon am ersten Tag wurden wir quasi gegrillt. Unser Ziel war Achern, wo uns ein wunderschöner Campingplatz mit Badesee erwartet hat. Das kühlende Wasser war einfach herrlich, und das Essen im Restaurant zusammen mit ein paar Radler der perfekte Abschluss des Tages. Einen kleinen Nachteil gab es allerdings: Der Platz liegt direkt an der Autobahn. Von erholsamem Schlaf konnte man da leider kaum sprechen.

Am zweiten Tag wurde es noch härter. Die Etappe nach Freiburg zog sich unglaublich – vor allem bei diesen Temperaturen. Wir waren am Abend komplett erledigt, aber zum Glück wurden wir schon erwartet: Steiff und Kilian hatten leckere Nudeln gekocht und versorgten uns mit reichlich kalten Getränken. Die Rettung nach diesem Hitzemarathon.

Nach der anstrengenden Etappe wollten wir es am dritten Tag ruhiger angehen lassen. Nur eine kurze Strecke bis nach Staufen stand auf dem Plan, und wir haben uns dort im Freibad erholt.

Am nächsten Tag sind wir schließlich ins Elsass gerollt. Unser Campingplatz war nett gelegen, sogar ein kleiner Pool – aber: leider kein Restaurant.

Wir waren spät dran, und das einzige Gasthaus im Ort hatte schon geschlossen, als wir ankamen. Noch mal aufs Rad und ein paar Kilometer weiterfahren? Keine Chance – nicht bei dieser Hitze und mit so müden Beinen.

Unser Abendessen bestand daher aus ein paar Müsliriegeln und einer Packung Nüssen, die wir noch im Gepäck hatten. Nicht gerade ein Festmahl – aber immerhin Energie für den nächsten Tag.

Fazit:
Drei Tage und schon das Gefühl, in Afrika zu sein. Wir sind jetzt erstmal in Frankreich angekommen und gespannt, was die nächsten Etappen bringen werden.